Das Hanebüchlein
Geschichten mit Hängen und Würgen

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Nicht gesendet (1): Henckel in Hollywood

von Christian Bartel
Florian Henckel von Donnersmarck kann es nicht fassen. „Es fühlt sich wirklich großartig an, und sie ist wunderschön. Jeder, der will, darf sie anfassen“, erzählt der frischgebackene Oscar-Gewinner begeistert von seiner Begegnung mit Angelina Jolie. Aber auch die vergoldete Statuette, die der 2,05m-Hüne seit gestern Abend fest in Händen hält, gefällt ihm „ganz gut“. Er freue sich über den „goldenen Phallus“, sagte Donnersmarck in einem „reuters“-Interview und wedelte, die Figur vor den Hosenlatz haltend, offensiv zwinkernd in Richtung Jolie. Dann dankte er seiner Frau Christiane für ihr Verständnis. ... [weiter]


Nicht gesendet (2): Putin in Rom

von Christian Bartel
Papst Benedikt XVI. ist am Dienstag erstmals mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen. Ein Sprecher des Vatikans bezeichnete des Treffen als „unverbindliches Kennenlernen in ungezwungener Atmosphäre“ (Salzstangen, Piccolöchen). Anschließend sei man noch „zum Italiener“ und ins Kino („Der gute Hirte“, USA, 2006) gegangen. Ob eine zweite Verabredung geplant sei, ließ der Sprecher allerdings offen. „Alles kann, nichts muß“, so die öffentliche Verlautbarung. ... [weiter]


„Castro ist tot“

von Christian Bartel
Fidel Castro, Havannas berühmteste Ruine und beliebtester Diktator der Welt, weist Gerüchte um sein Ableben entschieden zurück. „Ich bin nicht tot“, bekennt der als robust geltende Caudillo in einem Heimvideo, dass zahlreichen Fernsehstationen zugespielt wurde. Zum Beweis liest Castro darin aus einer aktuellen Tageszeitung, erhebt sich ohne fremde Hilfe, tanzt einen verflucht schwierigen Ausschnitt aus „Schwanensee“ und erschießt eigenhändig ein paar Dissidenten. ... [weiter]


USAnus

von Michael Schönen
I. Akt: Prolog

Sag, Proktologe, mir: Wie kam ´s,
daß Du zur Laufbahn auserkoren
die Höhlenforschung meines Darms?
Begann ´s, als Du beim Nasenbohren ... [weiter]


Platte VII - Nichts ist unmöglich

von Klaas Tigchelaar
Wer glaubt, Plattenverkäufer wäre ein normaler kaufmännischer Ausbildungsberuf, der täuscht sicht gewaltig. Vielmehr gilt es, Talente aus vielen Bereichen mitzubringen, um zufriedene Kunden zu generieren. ... [weiter]


Deutschland nach der WM

von Christian Bartel
Seit Kulturstaatsminister Joachim Lottmann begonnen hatte, den Verfassungsschutz einzusetzen, um die Inszenierungen der beiden letzten verbliebenen Stadttheater auf Werktreue zu untersuchen, schwante sogar dem Letzten, daß die Tage der Libertinage und Verantwortungslosigkeit auch in der Kultur vorüber waren. ... [weiter]


Die Odin-Posse

von Francis Kirps
Thor als Greis mit schlaff herunterhängendem Hammer, der sich von einer Walküre in Krankenschwesteruniform mit blauen Pillen füttern lässt – diese und andere Karikaturen in der pakistanischen Zeitung Karachi-Kurier haben die heidnische Welt empört. Die politischen Verwerfungen daraus sind gravierend, für die einen geht es um die Unantastbarkeit des Donnergottes und seiner Posse, für die anderen um Presse- und Meinungsfreiheit. Eine Chronologie. ... [weiter]


Platte VI - Von Spitzbärten und Blaupausen

von Klaas Tigchelaar
Wäre nicht Käptn Blaubär kurz vor Ladenschluss noch an der Kasse aufgetaucht und hätte mit seiner schnupfigen Stimme seine Plakate für die Bluessession angepriesen – Simons Tag wäre unvollendet gewesen. ... [weiter]


Objektsexualität

von Lisa Quadt
Mahatma Pech, Mahatma Glück, Mahatma Gandhi. Von dem guten Mann denken immer alle, er sei der antikapitalistischste Zimtschlappenträger der Welt mit einem Herz so groß wie seine selbstgewählte Armut und Kopfhaut so rein wie sein Friedenswunsch. Damit wäre Gandhi Gegenpol unserer Zeit, auch wenn keiner so richtig weiß, wie und wer Gandhi war, wenn er irgendwas mit Frieden und Selbstlosigkeit zu tun hat genügt das und "die BILD hätt ja schliesslich uch schonemo über sune jeggische Indier getittelt, mit Jlück un sune Krom, da können de Indier ja nit su janz verkehrt sinn und de Gandhi is ja janz offensichtlich sune Indier, sieht ma ja an de Bläck Fööß." ... [weiter]


Hüsch, Hüsch ins Körbchen

von Francis Kirps
Sowas von Pech aber auch: Kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag hat Hanns Dieter Hüsch seinen ersten Todestag erlebt. Ausgerechnet am Nikolaustag verstarb der liebenswerte Kuschelkabarettist an den Folgen eines Schlagsahneanfalls. ... [weiter]


Platte V – Neulich in Sparta

von Klaas Tigchelaar
Noch zwei Kunden mehr durch die Tür und der Laden schäumt über. Simon ist an der Kartenvorverkaufskasse mittlerweile so oft durch den Monsun gegangen, dass die Sandkrusten in seinen Augenwinkeln nicht mehr zu übersehen sind, vielleicht kommt das aber auch vom Schlafmangel. ... [weiter]


And Justice For All

von Francis Kirps
Vergeblich hatten ein paar tausend linke Chaoten und schwule Terroristen vor dem Living-Hell-Gefängnis in San Francisco mit Mahnwachen randaliert. Um 35 Minuten nach Mitternacht wurde der Neger Stanley „Tookie“ Williams standesgemäß mit einer amtlichen Dosis Insektenvernichtungsmittel vertilgt. ... [weiter]


Du bist Deutschland

von Lars Weisbrod
Jeder lästert über die Medienkampagne – trotzdem sollten wir uns über sie freuen, denn dahinter versteckt sich ein Chor, der Deutschland sein könnte

Manchmal tauschen Kritiker und Kritisierte die Rollen: Wenn sich Komiker, Kabarettisten, Intellektuelle und ihr Anhang über ein Phänomen derart ereifern, dass sie den Gegenstand ihrer Betrachtung in Penetranz bei weitem übertreffen. ... [weiter]


Zombie Politycki - eine Gegenpolemik

von Christian Bartel
Mathias Politycki hat einen neuen Roman herausgebracht, "Herr der Hörner" heißt der. Darum soll es aber hier nicht gehen. Christian Bartel kaut immer noch an Polityckis polmischen Essay "Weißer Mann - was nun?" herum. ... [weiter]


Morgens mußt du Dienen

von Klaas Tigchelaar
Trotz allem möchte ich meinen Radiowecker nicht missen. Ihr könnt euch ja gerne von eurem Handy wecken lassen, während es neben eurem Bett gefährliche Strahlung aussendet. ... [weiter]


Autismus und andere Fälle

von Francis Kirps
Neulich hätte ich fast eine Maus überfahren. Neulich?
So vor zwei drei Wochen. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den Text geschrieben hab. Jetzt wo ich am Verbessern bin, passt „neulich“ natürlich, aber für mein damaliges Ich war es nicht neulich sondern vorhin. ... [weiter]


Meine Woche als Gegenpapst

von Christian Bartel
Die katholische Kirche und ich, wir sind schon zwei. Immer am Scheiße bauen. Heute morgen hab ich mich in die Messe im Kölner Dom geschmuggelt und an der spannendsten Stelle laut: „Schisma!“ gerufen. Dem Kardinal ist die Transsubstantion natürlich volle Suppe aufs Ornat. ... [weiter]


Über den Plattentellerrand IV – Haarige bis hustende Musikwiedergabe

von Klaas Tigchelaar
“Geht nicht!” sagt der schlafwandelnde Mittdreißiger im fleckigen Cordhemd, der gerade einen Stapel klassischer Heavy Metal-CDs zum reinhören auf die Theke gewuchtet hatte. ... [weiter]


Glotze aus

von Christian Bartel
Ganz schön unsensibel, dachte ich mir, als ich heute morgen den „stern“ am Kiosk liegen sah. Während sich alle anderen Presseschaffenden ausgesucht höfliche und pietätvolle Überschriften zum Tod von Peter Glotz ausgedacht hatten, stand da einfach nur fett und eklig „Glotze aus.“.
Aber dann ging es doch nur ums Fernsehen. ... [weiter]


Camping

von Christian Bartel
Wenn man im August an die französische Mittelmeerküste fährt, fühlt man sich, als flöhe man mit Tausenden von Überlebenden vor einer gräßlichen Seuche, die im Inneren des Landes tobt und erstaunlicherweise vor den Campingplätzen am Meer haltmacht. Dort sammeln sich alle, bis die Welt von einem jungen Doktor, dessen Frau gestorben ist, gerettet wird und die Schule wieder anfängt. ... [weiter]


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Das Hanebüchlein - (www.hanebuechlein.de) - Kontakt: Commodore Nutt (nutt@hanebuechlein.de)
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